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Online-Arzt & Videosprechstunde

Arzt online fragen: Wo Sie eine medizinische Frage stellen können, ohne Termin

Telemedizin Ratgeber 5 Min. Lesezeit

Eine kurze medizinische Frage, aber kein Termin nötig? Wo Sie Ärztinnen und Ärzte telefonisch, per Chat oder Video fragen können, was kostenlos ist, wann eine Frage zum Termin wird und warum Foren keine Beratung ersetzen.

Laptop auf einem Holztisch, auf dem Bildschirm ein Arzt im weißen Kittel im Videogespräch, daneben Headset und Smartphone

Kurz gesagt: Für eine kurze medizinische Frage brauchen Sie nicht immer einen Termin. Am einfachsten fragen Sie Ihre eigene Praxis, telefonisch oder per Video. Außerhalb der Sprechzeiten hilft die 116117, rund um die Uhr und kostenfrei (116117.de). Einige Krankenkassen haben ärztliche Hotlines, etwa die TK mit dem TK-ÄrzteZentrum rund um die Uhr per Telefon und Chat (TK). Bei Fragen zu Patientenrechten und Kostenübernahme hilft die Unabhängige Patientenberatung kostenfrei (UPD).

Wege im Überblick

WegGut fürKosten (gesetzlich versichert)
Eigene Praxis per Telefon oder VideoFragen zu Befunden, Medikamenten, ob ein Termin nötig istkeine
116117 und Patienten-Naviaußerhalb der Sprechzeiten; Einschätzung, wie dringend es istkeine
Ärztliche Hotline der Krankenkasseallgemeine medizinische Fragen, je nach Kasse auch per Chat oder Videofür Versicherte keine
ApothekeFragen zu Einnahme, Wechselwirkungen, rezeptfreien Mittelnkeine
Stiftung UPDPatientenrechte, Kostenübernahme, gesundheitsrechtliche Fragenkeine
Kommerzielle Online-ArztberatungFragen per Chat oder Video, wenn die eigene Praxis nicht erreichbar istmeist Selbstzahler

Die eigene Praxis

Ihre Hausarztpraxis kennt Ihre Vorgeschichte und kann eine Frage am besten einordnen. Manche Praxen bieten Telefonsprechstunden, Online-Formulare oder Videosprechstunden an. Videosprechstunden sind für gesetzlich Versicherte eine Kassenleistung ohne Zusatzkosten (TK), und Kassenpraxen dürfen sie ohne Einschränkung auf bestimmte Krankheiten anbieten (KBV). Wie das abläuft, steht im Artikel Videosprechstunde: Ablauf.

Außerhalb der Sprechzeiten: 116117

Unter 116117 erreichen Sie rund um die Uhr den Patientenservice der Kassenärztlichen Vereinigungen, kostenfrei und ohne Vorwahl, als gesetzlich und als privat Versicherte. Dort bekommen Sie eine Empfehlung, wohin Sie sich wenden sollen; bei Bedarf wird Ihr Anliegen an eine Ärztin oder einen Arzt weitergeleitet (116117.de).

Online gibt es den Patienten-Navi: Nach einem Fragebogen erhalten Sie eine Empfehlung, wie dringend Ihre Beschwerden behandelt werden sollten und an wen Sie sich wenden können. Diagnosen stellt er nicht (116117.de). Mehr dazu im Artikel Akut krank: Video, 116117 oder 112?.

Hotlines der Krankenkassen

Einige Krankenkassen bieten ihren Versicherten eigene ärztliche Beratung. Bei der Techniker Krankenkasse ist das TK-ÄrzteZentrum rund um die Uhr per Telefon und Chat erreichbar; in der TK-Doc-App gibt es zusätzlich Videosprechstunden (TK). Ob Ihre Kasse etwas Ähnliches anbietet, erfahren Sie in ihrer App oder beim Service. Einen Überblick über weitere Angebote gibt der Artikel Telemedizin-Anbieter.

Unabhängige Patientenberatung (UPD)

Die Stiftung Unabhängige Patientenberatung Deutschland berät zu gesundheitlichen und gesundheitsrechtlichen Fragen, etwa wenn die Krankenkasse eine Leistung ablehnt oder Sie Ihre Rechte als Patient klären wollen. Das bundesweite kostenfreie Beratungstelefon 0800 011 77 22 gibt es seit Mai 2024; Anliegen können Sie auch schriftlich über ein Online-Portal stellen (UPD). Eine ärztliche Behandlung ersetzt die UPD nicht.

Kommerzielle Online-Arztberatung

Es gibt Plattformen, über die Sie Ärztinnen und Ärzten per Chat, Video oder Fragebogen eine Frage stellen können. Rechtlich ist eine ausschließliche Beratung über Kommunikationsmedien im Einzelfall erlaubt, wenn sie ärztlich vertretbar ist und Sie über die Besonderheiten aufgeklärt werden (§ 7 Abs. 4 MBO-Ä). Achten Sie darauf:

  • Wer antwortet? Ärztinnen und Ärzte mit Namen und Fachrichtung, nicht nur „unser medizinisches Team“.
  • Was kostet es? Preis vor der Frage, keine Abo-Falle.
  • Was passiert bei Warnzeichen? Seriöse Angebote verweisen an die Praxis, die 116117 oder die 112.
  • Datenschutz: Wo werden Ihre Angaben gespeichert? Mehr im Artikel Datenschutz in der Telemedizin.

Werbung für eine umfassende Fernbehandlung, die nicht auf bestimmte Beschwerden begrenzt ist, hat der Bundesgerichtshof 2021 untersagt (BGH, Pressemitteilung 224/2021). Seien Sie vorsichtig bei Versprechen wie „Diagnose für alles per App“.

Foren und Suchmaschinen

In Gesundheitsforen wissen Sie nicht, wer antwortet, und niemand kennt Ihre Vorgeschichte. Für medizinische Entscheidungen sind sie keine Grundlage. Veröffentlichen Sie dort keine Befunde oder Daten, die Sie identifizieren. Wenn Sie nach einer Internetsuche beunruhigt sind, fragen Sie Ihre Praxis oder die 116117.

So stellen Sie eine Frage, die man beantworten kann

  • Was ist das Problem, seit wann, wie stark?
  • Welche Medikamente nehmen Sie, welche Vorerkrankungen und Allergien haben Sie?
  • Was möchten Sie wissen: ob Sie zum Arzt müssen, ob ein Medikament passt, wie ein Befund zu verstehen ist?
  • Gesundheitskarte und Medikationsplan bereithalten, falls aus der Frage eine Videosprechstunde wird.

Bei Bewusstlosigkeit, schwerer Atemnot, starken Brustschmerzen, starken Blutungen, Vergiftungen oder Krampfanfällen ist keine Zeit für eine Online-Frage: Wählen Sie die 112 (116117.de).

Quellen

Stand: Oktober 2026.

Häufige Fragen

Wo kann ich kostenlos einen Arzt online fragen?

Bei Ihrer eigenen Praxis per Telefon, E-Mail-Sprechstunde oder Video, wenn sie das anbietet; außerhalb der Sprechzeiten über die 116117. Einige Krankenkassen haben eigene ärztliche Hotlines, bei der TK ist das TK-ÄrzteZentrum rund um die Uhr per Telefon und Chat erreichbar. Für gesundheitsrechtliche Fragen gibt es das kostenfreie Beratungstelefon der Stiftung Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD): 0800 011 77 22.

Darf mir ein Arzt online eine Diagnose stellen?

Im Einzelfall ja. Die ärztliche Berufsordnung erlaubt eine ausschließliche Beratung oder Behandlung über Kommunikationsmedien, wenn das ärztlich vertretbar ist und die nötige Sorgfalt gewahrt bleibt. Ob eine Frage per Chat oder Video beantwortet werden kann oder eine Untersuchung braucht, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Kostet eine ärztliche Online-Beratung etwas?

Bei Kassenpraxen und Kassenangeboten zahlen gesetzlich Versicherte nichts. Kommerzielle Angebote, bei denen Sie einer Ärztin eine Frage schreiben, sind meist Selbstzahlerleistungen; Privatversicherte erhalten eine Rechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte.

Sind Gesundheitsforen eine gute Idee?

Für Erfahrungsaustausch vielleicht, für medizinische Entscheidungen nicht. In Foren wissen Sie nicht, wer antwortet, und niemand kennt Ihre Vorgeschichte. Persönliche Gesundheitsdaten sollten Sie dort nicht veröffentlichen.

Wann ist eine Frage keine Frage mehr, sondern ein Notfall?

Bei Bewusstlosigkeit, schwerer Atemnot, starken Brustschmerzen, starken Blutungen, Vergiftungen oder Krampfanfällen wählen Sie sofort die 112. Wenn es nicht lebensbedrohlich ist, aber nicht bis zur Sprechstunde warten kann, rufen Sie die 116117 an.